Wir haben es getan, wir haben die Ostsee verlassen. Nach einer unruhigen Nacht in vor Stegeborg brauchten wir den Schlaf und sind erst gegen 9 Uhr aus den Federn gekommen. Danach ruhig frühstücken und dann das Ablegen vorbereiten, immer die gleichen Abläufe, die uns mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen sind. Abwaschen, Boot klarieren, Strom abstöpseln und dann können wir starten. Heute nur 100 m zur nächsten Tankstelle und erstmal Kraftstoff bunkern. Ein Liter Diesel 1.59 Euro, geht. Danach aber wirklich los und Richtung Mem und da war er, der nordwestwind…mit 20 Knoten auf der Nase schob Tilda unter Maschine langsam Richtung Mem und der Skipper hatte den Wind im Gesicht. Nach einer kleinen Ewigkeit sind wir dann in Mem am Eingang zum Göta Kanal angekommen, eine kleine unscheinbare Schleuse lag vor uns, 7 m breit und ca. 30 m lang. Nach der Anmeldung bei einer sehr freundlichen jungen Dame und der Bezahlung mal wieder mit Kreditkarte wurden wir eingewiesen und haben gegen ca. 820,- Euro alle notwendigen Unterlagen erhalten, es konnte losgehen.
Wir hatten dieSchleusenleinen installiert, ca. 30 m vorn mit Umlenkrolle nach Achtern auf die Winsch und ca. 20 m achtern um den Kan zu halten. Dann konnte es losgehen. Schiff in die Schleuse, Achterleine durch den Ring und festsetzen, Vorleine oben festbinden und über die Winsch dichthalten, wenn das Schiff hochkommt…Spannend. Nachdem die beste Ehefrau von allen oben auf der Schleusenmauer die Leinen klariert hatte, durfte ich dann das Manöver alleine fahren.
Zwei Schleusen haben wir heute gemacht und liegen nun in Söderköping längsseits. Viele Touristen in diesem malerischen Ort und die längste Schlange vor einem Eisladen, die ich jemals gesehen habe. Morgen sollen es 8 Schleusen und 2 klappbrücken werden, wir werden berichten.

Ahoi Jörch
(mehr …)

von Jörg Thienemann / am 19.07.2020 / in
0
am 12.07.2020 / in
0
SEITE 3 VON 6 1 2 3 4 5 6